Inhaltverzeichnis
• Zum Geleit / 3
Stefan Nitsche
• Über die ältesten Rathenower Begräbnisstätten / 5
• Zur Geographie und Nutzung des Weinberges / 8
• Die Entwicklung des Friedhofs auf dem Weinberg / 11
• Über die Gestaltung der historischen Grabanlagen / 14
• Besondere Gräber der heutigen Zeit / 40
• Denkmäler / 50
• Das Torhaus / 58
• Die Auferstehungskirche / 62
• Auserwählte Grabstätten prominenter Bürger / 67
• Ärzte / 67
• Dichter und Schriftsteller / 71
• Geistliche / 75
• Künstler / 77
• Unternehmer / 81
• Weitere Persönlichkeiten / 85
• Schlussbetrachtung / 94
• Danksagung / 96
• Quellen / 96
• Legende zum Lageplan / 100
Autor: Werner Coch
Herausgeber: Rathenower Heimatbund e.V. für Memento e.V.
Format: 15,4 x 22,2 cm, Seiten: 108, Gewicht: 172 g, Sprache: Deutsch
Einband: Broschur, Erschienen: 2026, 1. Auflage
Preis: 7,00 € inkl. 7% MwSt.
Leseprobe
Die ältesten Rathenower Begräbnisstätten
In vorchristlicher Zeit wurden die Verstorbenen in der Regel eingeäschert und die „Aschenkrüge" bzw. Urnen in der Nähe der Siedlungen vergraben Das belegen entsprechende Funde, z.B. im „Jederitzer Kietz" an der Straße nach Hohennauen, im Süden von Rathenow am rechten Havelufer (Heidefeld und Grünauer Fenn), aber auch in Premnitz (Urnenfriedhof und Urnengräberfeld), Klein Kreutz und anderen Orten der Umgebung (1). Der Chronist Samuel Christoph Wagener (2) zählt noch weitere Fundstellen in Rathenow auf, die zum Teil beim Ausheben von Hauskellern entdeckt wurden. Er schreibt weiter, dass früher Jn der Regel alle heidnischen Leichen verbrannt wurden und es einst viel Mühe kostete, die zum Christentum bekehrten Deutschen davon zu entwöhnen."
Nach neuesten Erkenntnissen (51) wurden die ersten christlichen Bestattungen auf dem Kirchberg schon um 1100 durchgeführt, also schon vor dem Bau der romanischen Backsteinkirche, die um 1170 entstanden ist. Auf dem „Kirchhof" gleich neben diesem Gotteshaus sind aus vielen Jahrhunderten insgesamt über 600 Bestattungen auf 5.000 m2 Fläche festgestellt worden (4). Der Historiker Walther Specht (1873-1948) beklagte im Heimatkalender von 1916 den über viele Jahrhunderte eingetretenen Platzmangel an der Kirche und dass der Kirchhof deshalb als letzte Ruhestätte für die Verstorbenen unwürdig gewesen sei (3). Heute gibt es nur noch wenige Spuren dieses Begräbnisplatzes. An der Nordwand des Langhauses der Kirche befinden sich vier zu einer Gruppe vereinigte Rokoko-Gedächtnistafeln (Epitaphe) aus dem 18. Jahrhundert. Sie erinnern an den reichen Holzhändler Joachim Bars (1682-1740), an seine Ehefrau Dorothea Bars geb. Forb (1692-1741), an die Tochter Christina Elisabeth Ludewig geb. Bars (1715-1745) und an den Sohn, den Kauf- und Handelsmann Carl Joachim Bars (etwa 1712-1745). Die sichtbaren Abnutzungsspuren bei drei von vier Platten deuten daraufhin, dass sie früher auf dem Fußboden der Kirche zur Abdeckung der Gräber biegen haben (15 u. 17). Zurzeit werden die Platten nach Beschädigungen durch Vandalismus gereinigt.
S. Chr. Wagener schrieb im Jahre 1803: „Als der Hof um die Kirche die Todten nicht mehr fassen wollte, ward der Hospitalkirchhof vor dem Steinthore zu Beerdigungen mitbenutzt.11 Ab wann dies geschah, ist nicht bekannt, aber wahrscheinlich schon im 16. Jahrhundert. „Das Catharinen-Hospital stand vor dem Steinthore, da, wo die Brandenburger Straße jetzt die Berliner durchkreuzt. Es hatte bis zur Erbauung der Neustadt eine eigene für sich bestehende Kirche, in der auch geprediget ward." Dieser Begräbnisplatz mit seiner eigenen Kapelle bestand schon seit dem Spätmittelalter, also seit dem 14.-15. Jahrhundert. Im Dreißigjährigen Krieg wurde alles zerstört und dann wieder aufgebaut. Im 16.-17. Jahrhundert erfolgte eine Erweiterung nach Osten. Der Friedhof ……………..